Dienstag, 10 September 2013 18:35

Wenn die Augen nicht mehr wollen

Sprachlich hat sich die Bezeichnung Star wohl im 16. Jahrhundert in Deutschland für Augenkrankheiten etabliert. Im frühen Mittelalter führten diese Erkrankungen fast immer zu einer hochgradigen Sehbehinderung oder zur völligen Erblindung. Die seltene Form des schwarzen Stares oder der Vollblindheit ist im allgemeinen Sprachgebrauch nicht mehr so

gebräuchlich. Dafür viel bekannter der graue Star und der grüne Star. Was bedeuten diese Erkrankungen und welche Folgen ergeben sich daraus für die Betroffenen?


Grauer Star
Der graue Star bedeutet eine Katarakt, bei der eine charakteristische Trübung der Augenlinse eintritt. Als Hauptsymptom wird ein langsamer aber schmerzloser Verlust der Sehschärfe festgestellt. Zunächst sieht man verschwommen. Die Lichtempfindlichkeit nimmt zu. Man beginnt die Umwelt mehr und mehr wie durch einen Nebel betrachtet wahrzunehmen. Mögliche Ursachen für die Erkrankung an grauem Star sind UV-Strahlung, Medikamente wie Cortison, Drogen, Traumata und spezielle Krankheiten wie Diabetes mellitus oder andere. In den meisten Fällen kann die getrübte Linse durch ein künstliches Linsenimplantat operativ ersetzt werden.

Altersbedingt tritt der graue Star meist erst weit nach dem 60. Lebensjahr auf. Ein höheres Risiko für eine Erkrankung ist jedoch bei Augenverletzungen gegeben. Außerdem können auch Röntgenstrahlen und Infrarotstrahlen das Risiko für eine Erkrankung erhöhen. Darüber hinaus gilt eine vorgeburtliche Infektionskrankheit durch die Mutter als erhöhtes Risiko. Dazu zählen Röteln, Windpocken, Mumps, Kinderlähmung und ansteckende Hepatitis.


Grüner Star
Der grüne Star bezeichnet ein Glaukom, dessen Erkranken den Verlust von Nervenfasern zur Folge hat. Ein erhöhter Augeninnendruck ist der wohl gravierendste Risikofaktor für ein Glaukom, das charakteristische Gesichtsfeldausfälle verursachen kann, die in extremen Fällen gar zur Erblindung des betroffenen Auges führen können. Ursachen für die Entstehung können Störungen in der Funktion des so genannten Trabekelwerks, Arteriosklerose und arterielle Hypotonie sein. Als Behandlung muss eine dauerhafte Senkung des Augendrucks erfolgen. Eine Heilung von Gesichtsfelddefekten ist derzeit ausgeschlossen. Es geht lediglich noch darum, dass die Krankheit nicht weiter fortschreitet.

Ein erhöhtes Risiko kann darüber hinaus aufgrund von mehreren äußeren Faktoren zusätzlich entstehen. Ab dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko für eine Erkrankung automatisch. Zusätzlich besteht ein erhöhtes Risiko wenn in der Familie bereits zuvor jemand an einem Glaukom erkrankt ist. Auch bei einer starken Kurzsichtigkeit ab minus 5 Dioptrien, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Behandlungen mit Cortison ist das Risiko erhöht.

Es heißt, der sehende Mensch nehme über 80 Prozent aller Wahrnehmungen über die Augen auf. Wenn die Augen also schlechter sehen, kann es zu Einschränkungen in der Mobilität, der Kommunikation sowie im Zugang von Informationen kommen. Mittlerweile gibt es allerdings mehrere Organisationen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Lebenssituation der blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland zu verbessern. barbara-reisen http://www.online-artikel.de

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