Donnerstag, 04 April 2013 16:39

Die Geschichte der Lichtfeldkamera

Die Ursprünge der Lichtfeldfotografie reichen bis in den Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts zurück. In Zeiten als Negative noch einzeln auf Glasplatten angefertigt werden mussten, patentierte der Amerikaner Frederic Eugene Ives bereits eine Methode zur Erstellung


stereoskopischer Bilder mit 3D-Effekt.

Ein zweiter Vorläufer der Lichtfeldfotografie wurde 1908 in Frankreich von Gabriel Lippmann patentiert. Lippmanns “Integrale Fotografie” benutzte eine Matrix kleiner Linsen vor dem Bild um dreidimensionale Ansichten ohne Hilfsmittel wie 3D-Brillen zu erzeugen.
Das Verfahren funktioniert ähnlich wie die Wackelbilder

die sich beim Betrachten aus unterschiedlichen Blickwinkeln bewegen oder verändern. Sowohl Ives als auch Lippmann arbeiteten auch an der Entwicklung der Farbfotografie, für die ähnliche Anforderungen zu erfüllen waren.

Im Verlauf des zwanzigsten Jahrhunderts gab es einige Versuche zur 3D-Fotografie mit ähnlichen Verfahren. Als kommerziell umgesetztes Produkt ist hier die Nimslo-Kamera zu erwähnen, die 1980 auf den Markt gekommen ist und mit vier nebeneinender angeordneten Objektiven und Kleinbildfilm arbeitet.

Mit der Nimslo-Kamera aufgenommene Filme werden von speziellen Bilderdiensten entwickelt und als Fotos mit aufgesetzten Zylinderlinsen, ähnlich den bereits erwähnten Wackelbildern, ausgeliefert, so dass dreidimensionale Ansichten mit bloßem Auge möglich sind.
Mikrolinsen-Matrix

Der Entwurf einer ersten Lichtfeldkamera mit Mikrolinsen-Matrix, die der heutigen Bauform entspricht, wurde 1992 von Adelson und Wang vorgestellt. Sechs Jahre später meldeten sich Forscher der Stanford University mit einem plenoptischen System, das aus einzelnen, in einem Rahmen montierten Kameras bestand.

Eine funktionsfähige Lichtfeldkamera, die wie ein normaler Fotoapparat benutzt werden kann, wurde ebenfalls an der Stanford University im Jahr 2005 vorgestellt. Dieser Prototyp basiert auf einer handelsüblichen Mittelformatkamera. An einer kommerzielle Nutzung dieses Entwurfs wird gearbeitet.

Im Jahr 2008 stellte Adobe den Prototyp einer Lichtfeldkamera mit 9
Linsen vor.
Raytrix als Vorreiter

Erste kommerziell verfügbare, digitale Lichtfeldkameras gibt es seit 2010 aus Deutschland von der Firma Raytrix. Diese in Serie produzierten Lichtfeldkameras sind für den industriellen Einsatz konzipiert.

Eine erste Lichtfeldkamera für den Consumer-Markt bietet zum Ende 2011 die amerikanische Firma Lytro an. Dies sind Point-And-Shoot-Lichtfeldkameras in drei verschiedenen Ausstattungsvarianten, die in einem einfachen, quaderförmigen Gehäuse untergebracht sind und sich im Design völlig von herkömmlichen Kameras unterscheidet.
Mehr: http://artikelwiese.de/2011/10/31/die-geschichte-der-lichtfeldkamera/

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