Freitag, 19 April 2019 13:41

Fairtrade Kleidung Nachhaltige und Faire Bio Mode

Die Bewegung Fair Trade (Fairer Handel) möchte die Lebensumstände und Arbeitsbedingungen der sich am Beginn der Lieferkette befindlichen Menschen verbessern und deren wirtschaftliche sowie politische Stellung in der Gesellschaft stärken. 



Dies verlangt nach flexiblen Strategien und unterschiedlichen Lösungsansätzen. Im Laufe der Bewegung haben sich mittlerweile verschiedene Gruppen und Organisationen mit breitgefächerten Ansätzen entwickelt. Sie alle jedoch stützen ihr Tun und Handeln auf identische Werte und übereinstimmende Grundsätze. Zudem basieren sie inhaltlich auf den praktischen Erfahrungen der in mehreren Jahrzehnten geleisteten gemeinsamen Arbeit und dem ständigen Dialog der beteiligten Akteure. 

Im Jahre 2001 gaben sich die internationalen Dachorganisationen des Fair Trade beziehungsweise Fairen Handels eine gemeinsame Definition: 

„Der Faire Handel ist als eine Handelspartnerschaft aufgebaut, die auf Respekt, Transparenz und Dialog beruht und nach höherer Gerechtigkeit im grenzüberschreitenden Handel strebt. Durch verbesserte Handelsbedingungen und Absicherung sozialer Rechte für die Arbeiter und Produzenten will der Faire Handel einen Mehrwert für nachhaltige Entwicklung leisten. 

Die Fair-Trade-Organisationen engagieren sich für eine breite Unterstützung der Arbeiter und Produzenten, eine weitreichende Bewusstseinsbildung und informative Kampagnenarbeit zur entsprechenden Veränderung von Regeln und der alltäglichen Praxis des konventionellen, interkontinentalen Welthandels.“ Die beteiligten Akteure
Beim Prozess des fairen Handels sind mehrere Akteure vertreten. Anhand der Handelskette können diese und ihr Wirken anschaulich dokumentiert werden: 

Die Produzenten 

Die Produzenten und Erzeuger stehen beim Fair Trade stets im Mittelpunkt. Der Faire Handel unterstützt und fördert die im globalen Handel benachteiligten Kleinbauern, um unter konkurrenzfähigen Bedingungen am Markt aufzutreten und aus selbstständiger Kraft für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu können. 

Diese schließen sich überwiegend in einzelnen Genossenschaften zusammen, wo sie als Mitglied an sämtlich wichtigen Entscheidungsprozessen beteiligt sind. Einzelne vertreiben einen gewissen Anteil ihres Produktsortiments in Form des fairen Handels, andere wiederum setzen fast ihre komplette Ernte und den vollständigen Ertrag über diese Handelsform um. 

Besonders Arbeiter und Arbeiterinnen in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen profitieren vom fairen Handel, denn die Betriebe, Plantagen und deren Besitzer verpflichten sich zu einer verbindlichen Einhaltung von sozial-ökologischen Mindeststandards. 
 Das Fairtrade-Siegel 

In Deutschland vergibt der Verein TransFair das FairTrade-Siegel, welches Lebensmittel und handwerkliche Produkte kennzeichnet, die unter strikter Einhaltung von Mindeststandards hergestellt und gehandelt werden. Für Fabriken, Plantagen und Produzenten-Organisationen gelten dabei spezifische Standards. 

Es werden vor allem kleine sowie mittelgroße landwirtschaftliche Einrichtungen gefördert. Neben den langfristigen Lieferverträgen und fixierten Abnahme- und Mindestpreisen auf Garantie-Basis wird zudem eine Prämie gezahlt, die zusätzlich in Bildung und Entwicklungsprojekte fließt. 

Kleinere Produzenten müssen sich einer Organisation anschließen, die besonders die demokratische Teilhabe, Nicht-Diskriminierung sowie eine transparente Entscheidungsfindung sicherstellt. Zudem garantiert ein unabhängiges und international einheitliches Zertifizierungssystem dem Endverbraucher die konstante Einhaltung der festgelegten Fairtrade-Standards (mehr dazu auf https://fairtradebiokleidung.com). 

Siegel der Fair Wear Foundation (FWF) 

Diese Foundation agiert als eine Stiftung nach einem erlassenen Kodex und setzt sich vor allem für eine weltweite Verbesserung von Arbeitsbedingungen innerhalb der Textilbranche ein. 

Zertifikat des Global Organic Textile Standard (GOTS) 

Dieser Standard ist vor allem auf die bionahe Qualität der bei der Herstellung verwendeten Baumwolle konzentriert. Zudem werden die Lagerung und sortenreine Verarbeitung entlang der vollständigen Lieferkette sowie die verwendeten Hilfs- und Farbstoffe zertifiziert. 

Weltläden 

Diese Fachgeschäfte führen eine große Auswahl an fair hergestellten und gehandelten Produkten. Ihr Sortiment beziehen diese von Importeuren, die strenge Kriterien erfüllen und somit als berechtigte Lieferanten anerkannt werden. Neben ihrer Funktion als Einkaufsort leisten diese Geschäfte auch lokale Bildungs- und Informationsarbeit vor Ort und unterstützen politische Kampagnenarbeit. 

Was ist Fair Trade Mode?
Im Grundsatz ist Fair Trade Kleidung als solche klassifiziert, wenn die sie produzierenden Menschen von dieser Arbeit leben können, dabei selbstbestimmt agieren, während des Arbeitsprozesses keinen schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind und grundlegende Rechte besitzen. 

Rechtssicherheit, ein Verbot von Kinderarbeit, geregelte Arbeits- und Betriebszeiten und eine konsequente Vermeidung von Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Rasse, Herkunft oder Religion bilden die Basis einer Fair Trade Produktionskette. 

Nachhaltige Fair Trade Modebesitzt viele Namen und es existieren diverse Ansätze, um Mode einfach besser und nachhaltiger zu gestalten und ernsthafte Alternativen zu herkömmlicher Fast Fashion zu schaffen. Egal, ob nun Bio-Mode, Eco-Fashion oder auch Öko-Kleidung - das oberste Ziel ist stets Erzeugnisse zu produzieren, die ihre Produzenten ernähren können und nicht gesundheitlich beeinträchtigen und dabei so wenig wie möglich die Umwelt belasten. 

Fair Trade Clothing - wie geht das?
Die reine Definition von Fair Trade und das damit assoziierte Transfair-Siegel sind zum größten Teil aus der Kaffee- und Lebensmittelindustrie bekannt. Der hauptsächliche Unterschied zwischen Fair Trade Nahrung und Fair Trade Kleidung sind die unterschiedlichen Lieferketten. 

Während der faire Handel im Kaffeebusiness meist nur zwischen einem ausländischen Kleinbauern-Kollektiv und einem deutschen Betrieb abläuft, sind die Handelsprozeße bei fair gehandelter Kleidung um einiges komplexer. 

Selbst einfache Fair Trade Schuheoder ein unbedrucktes Baumwollshirt durchlaufen beachtliche Etappen, ehe sie in Deutschland in einem Laden oder online erhältlich sind. Fair Trade-Baumwolle und Biobaumwolle werden zumeist in kleinbäuerlichen Strukturen und Organisationsformen angebaut. Die Baumwolle wird zu Garn verarbeitet, dieses anschließend gefärbt und zu Stoffballen gewebt beziehungsweise gestrickt. 

Danach werden die Stoffe je nach vorgegebenem Design genäht und an Markenunternehmen verkauft, die sie dann in Deutschland und/oder dem sonstigen Europa vertreiben. Um auch annehmbare Preise für das Endprodukt anbieten zu können, findet daher ein Großteil der komplexen Weiterverarbeitung in technisierten Fabriken statt. 


Ethical Fashion
Dieser Begriff beschreibt fair produzierte Mode, die zudem aus ökologischen Materialien hergestellt wird. Dieses Verbundkonzept umfasst mittlerweile ein staatliches Produktsortiment aus T-Shirts, Schuhen, Pullis, Jeans, Unterwäsche und Regenjacken. 

Zusammen mit der kontinuierlichen Entwicklung der Standards von nachhaltiger Biomode haben auch die Kleidermarken selbst einen stetigen Wachstumsprozeß durchlaufen. Firmen wie People Tree, Nudie Jeans oder Armedangels konnten sich mittlerweile in der Textilindustrie etablieren und einen Namen machen. 

Dennoch ist Fair Trade Kleidung noch immer eine Nischenbranche, denn für einen wirklichen Umschwung in der konventionellen Textilindustrie benötigt es vor allem noch mehr Druck und Engagement von Dir als Konsument. So förderst Du als Verbraucher das ökologische Bewußtsein beim Kleiderkauf und gehst mit gutem Beispiel voran, um die Nische zum Mainstream werden zu lassen.

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