Mittwoch, 17 Juli 2013 19:14

Mittelmeer Kreuzfahrten: Almeria

Die andalusische Hafenstadt Almeria wird nur gelegentlich von Kreuzfahrtschiffen im Rahmen einer Mittelmeer Kreuzfahrt angelaufen. Malaga, Valencia und vor allem Barcelona haben bei Mittelmeer Kreuzfahrten
die Nase vorne. Trotzdem lohnt die nordafrikanisch geprägte Stadt einen Landausflug. Nirgendwo in Spanien gibt es mehr Sonnenstunden als hier. Entsprechend trocken ist das Umland. Aber trotzdem sind rund um Almeria sind viele tausend Hektar fruchtbar geworden. Bepflanzte Felder überdeckt man mit Plastikbahnen und Gewächshäusern. Gemüse, Erdbeeren, Blumen - alles gedeiht unter Glas. Drei Ernten pro Jahr werden erzielt. Die Tröpfchenbewässerung macht es möglich.

Aber sobald das Auto durch Almerias Berge aufwärts schnauft, ist kein einziges grünes Hoffnungspünktchen mehr zu sehen. Wildwestöde gähnt den Himmel an. Glatzen und Buckel bieten sich dem Auge in unschöner Nacktheit. Aber auch Fabelschlösser recken sich in die Höhe, mit ausgetüftelten Türmen und verrückten Mauerzacken. Dazwischen ein gradliniger Gefängnisbau, von Gucklöchern durchsiebt. Höhlen über Höhlen . . . Sind sie alle erforscht? Es riecht geradezu nach unentdeckter Vorgeschichte. Eine braune Landschaft der Kolosse. Aber manchmal schimmert der Boden weiß, so stark hat die Sonne ihn ausgelaugt, und manchmal lila. Was für Minerale warten auf moderne Schatzsucher? Dass man Fluorit und Bentonit gewinnt, erzählt der kleine Reiseführer den wir an Bord bekommen haben. Außerdem Blei, Eisen, Marmor und Salz bei Cabo de Gata, an der Küste.

Nur die Filmbranche hatte die Gegend entdeckt und fabrizierte Westernserien, wo es am kahlsten ist. Einheimische Zigeuner lassen sich die Haare wachsen und treten als Indianer auf. Bei Tabernas steht die Kulisse parat, die Cowboys und Gangster benötigen: Saloon, Bank, Sheriff Office und Viehgehege. Terence Hill spielte hier und der berühmte Film „Lawrence von Arabien" wurde hier gedreht, in leerer Sahararomantik. Damals war die Region eine Art europäisches Hollywood.

Almeria, die Stadt, ist trotz neuer Wohnviertel urspanisch geblieben. Almerias Kathedrale ist einer Festung ähnlich. Schießlöcher grüßen aus Mauerhöhe. Schön - die Fassade am Platz, und das nachtdunkle Innere. Aber klettern wir hinauf zur Alcazaba, der Araberburg. Ganz Almeria riecht nach gebratenem Fisch. Die Gaststätten servieren Schwertfischscheiben und Tintenfisch. Was noch? Almeriasuppe (Sopa de Almeria) bekamen wir im Restaurant, aus dünnflüssiger Mayonnaise mit Muscheln und Schoten. Mayonnaise warm - ein exotischer Genuss. Weiter über den Arkadenplatz des Rathauses. Schließlich stoppt man vor maurischen Toren und hat Eintritt zu zahlen. Dann ist wieder zu steigen, durch Gartenanlagen, über Stufen, hinauf zu Türmen und Zinnen. Unten ist die Kraterlandschaft hingelagert. Hochhäuser, Küstenlinie, Meer - jede Kopfwendung bringt ein neues Motiv.

Entlang der Mittelmeerküste rund um Almeria gibt es zahlreiche Urlaubsorte wie Aguadulce, Roquetas oder Adra. Ein beliebtes Ziel für Landausflüge ist die Küstenstadt Mojacar. Alt-Mojacar liegt auf einem Hügel und ist so weiß und maurisch, wie vor rund fünfhundert Jahren, als der letzte Araberbürgermeister das Städtchen verlassen musste. Steile Gassen, Treppen, Arabertor und Kirche, samt Hotel und Aussichtsterrasse plus Bar - mehr Sehenswürdigkeiten sind auf dem Stadthügel nicht unterzubringen. http://www.online-artikel.de/

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