Montag, 27 Mai 2013 20:54

Neue Vogelgrippe H7N9 breitet sich weiter aus

Nachdem das neue Grippevirus zunächst vor allem in der Region Shanghai auftrat, breitet es sich durch den Zug der Vögel in ihre nördliche Sommerheimat nun auch im Norden und Westen von China aus. Forscher der Universität Hong Kong erstellten eine Karte,

die zeigt, wie sich das Virus in den letzten Wochen immer weiter nach Nordwesten ausbreitete und mittlerweile in China als potenzielle Pandemie gewertet wird.

Europa wurde bislang von H7N9 verschont, aber wie lange noch? Experten forderten bereits einen Importstopp von chinesischem Geflügel in die EU, stießen jedoch mit ihrem Wunsch bei der EU auf taube Ohren. Zur Panik bestehe dennoch kein Anlass, versichern Mediziner. Die frühere Vogelgrippe H5N1 hatte eine weitaus höhere Todesrate besessen und sei trotzdem recht glimpflich abgelaufen.

Schutz gegen Vogelgrippeviren

Das beste Mittel gegen verschiedene Vogelgrippen (und die ebenso bekannte Schweinegrippe) ist noch immer Tamiflu von Roche. Auch das neue N7N9-Virus kann effektiv mit dem Tamiflu-Wirkstoff Oseltamivir behandelt werden.

Tamiflu war zuletzt umstritten gewesen, da sich Hersteller Roche zunächst weigerte, die größte Zahl der Tests, mit denen das Medikament 2002 die Zulassung erhalten hatte, offen zu legen. Roche berief sich darauf, die Daten der Testteilnehmer schützen zu wollen, während die Cochrane Collaboration vermutete, dass Tamiflu doch gar nicht so wirksam sei, wie der Pharmariese der Menschheit weismachen wollte. Auch eine "stückweise" Herausgabe vermochte Cochrane Collaboration nicht milde stimmen.

Dabei hatte sich das von der FDA zugelassene Tamilflu 2005 während der Vogelgrippewelle schon bewährt und gehört zu den meistverkauften Mitteln von Roche überhaupt. Tamiflu wird in der Regel erst nach einer festgestellten Grippeinfektion verschrieben, kann jedoch auch vorbeugend genommen werden, wenn im näheren Umkreis des Patienten bereits mehrere Grippeinfektionen vorliegen.

Keine Impfung gegen Vogelgrippe möglich

Während für die herkömmliche Grippe längst ein vorbeugender Impfstoff entwickelt wurde, gibt es derzeit noch keinen Impfschutz gegen die neue Vogelgrippe H7N9. Nicht nur in China arbeiten Forscher derzeit fieberhaft daran, einen wirksamen Impfstoff herzustellen. Denn auch wenn Tamiflu mit dem Wirkstoff Oseltamivir derzeit noch zu wirken scheint, könnte sich dies bei Mutationen des Virus schnell ändern. Bis dahin bleiben Oseltamivir und andere Neuraminidasehemmer jedoch die einzige wirksame Waffe gegen die neue Vogelgrippe.

 

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