Dienstag, 08 Februar 2022 18:15

Zuckerstangen: Was ist eigentlich ihre Geschichte?

Zuckerstangen Zuckerstangen pixabay

In ihrer Form erinnern sie an den Griff von einem Regenschirm, ihre Farben strahlen in leuchtendem Rot und Weiß.

Außerdem zeigen sie sich noch härter als ein Bonbon: Die Rede ist von der Zuckerstange, die besonders in Nordamerika gerne genutzt wird, um den Weihnachtsbaum zu schmücken oder die Augen der Kinder vor dem Schaufenster von Süßigkeitengeschäften leuchten zu lassen.

Doch auf welche Tradition blicken die beliebten Zuckerstangen eigentlich zurück? Der folgende Artikel erklärt es.

Die Legende aus dem Kinderbuch

Die Amerikaner vertreten die Auffassung, dass die Zuckerstange, die in den USA als Candy Cane bezeichnet wird, aus ihrem Land stammt. Die bekannte Geschichte aus einem Kinderbuch besagt, dass der Erfinder der Zuckerstange in einem älteren Herrn besteht, der einen Süßwarenladen betreibt, da dieser zu Weihnachten seiner Enkeltochter eine ganz besondere und außergewöhnliche Freude bereiten wollte. Diese sollte sich außerdem durch einen religiösen Charakter auszeichnen.

Laut der Legende inspirierte die Geburt Jesu den Inhaber des Süßwarenladens zu der Zuckerstange, da diese einem gebogenen Wanderstock nachempfunden ist, welcher typischerweise von Schafhirten genutzt wird. Die Symbolkraft der Zuckerstange stammt so daher, dass Jesus Christus gemeinhin auch „der gute Hirte“ genannt wird. Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass die Zuckerstange – wenn sie umgedreht wird – den Buchstaben „J“ formt.

Die Zuckerstange aus dem hohen Norden

Allerdings muss diese Geschichte nicht unbedingt für bare Münze genommen werden, da es wesentlich wahrscheinlicher ist, dass der Ursprung der Zuckerstange im hohen Norden, genauer gesagt in Schweden liegt. Dort wurde sie von einer Witwe in Gränna, im Süden des Landes erfunden.

Die Frau, die zusammen mit ihrer Tochter lebte, bestritt ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von Bonbons, die sie dann auf den lokalen Märkten und Veranstaltungen verkaufte. Zu diesen Bonbons, die in der heimischen Küche produziert wurden, gehörten auch die Zuckerstangen, die in Schweden den Namen Polkagris tragen.

Allerdings verstieß die Frau mit der eigenmächtigen Herstellung von Süßwaren gegen das Gesetz, weshalb sie die Erlaubnis persönlich beim König beantragen musste. Als dieser die Süßigkeitenproduktion absegnete, stieg die Nachfrage nach den Zuckerstangen kontinuierlich an.

Die Bedeutung der Zuckerstange

Somit steht nicht eindeutig fest, wer die Zuckerstange ursprünglich erfunden und was es mit ihrer charakteristischen Form auf sich hat.

Neben den beiden Ursprungsgeschichten existiert sogar noch eine dritte, in der davon ausgegangen wird, dass die Zuckerstange im 17. Jahrhundert in der deutschen Stadt Köln von einem Chorleiter erfunden wurde. Dieser soll versucht haben, die Kinder mithilfe von Süßigkeiten zu mehr Ruhe bei der vorweihnachtlichen Abendmesse zu motivieren. Die weiße Farbe der Zuckerstange wird dabei als Symbol für die Reinheit von Jesus Christus angesehen, sein Blut und sein Leidensweg wird durch die roten Streifen aufgegriffen.

Ob diese ursprüngliche Geschichte die schwedische Witwe zu der Produktion der Zuckerstangen inspiriert hat, wird wohl nie abschließend geklärt werden können. Sicher ist jedoch, dass die Zuckerstange Amerika erst mit den schwedischen Auswanderern erreicht hat.

Die Amerikaner waren dann so begeistert von der Zuckerstange, dass sie diese sogar nutzten, um mit ihr ihre Weihnachtsbäume zu dekorieren. Diese Tradition ist auch heute noch in Amerika zu finden.

 

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