Donnerstag, 04 April 2013 20:01

Schwäbische Lebensart - auf humorvolle Weise erzählt

Die zahlreichen typischen Eigenheiten der Schwaben sind für viele Auswärtige erst einmal gewöhnungsbedürftig, wie die Aussagen von mehr oder minder bekannten Nicht-Schwaben zeigen, die immer mal wieder durch die Presse geistern. Der erste deutsche Bundespräsident Theodor Heuss


hat es einmal so ausgedrückt: „Die Schwaben sind vielleicht der komplizierteste, gewiss aber der spannungsreichste unter den deutschen Stämmen." Er hat mit seiner Aussage beileibe nicht Unrecht.

Doch wer sich einmal im Schwabenland eingelebt hat und mit den Schwaben warm geworden ist – was zugegebenermaßen eine Weile dauern kann – wird viel Spannendes und Eindrückliches bei den Menschen und in dem Land, in dem sie leben, entdecken. Hiervon handelt dieses Buch.

In der Besenwirtschaft „Zum Goldenen Viertele" irgendwo im Schwabenland treffen sich vier Herren regelmäßig zum Stammtisch: der Apotheker Karl Mettinger, der Bäcker Eugen Pfäfferle, der Metzger Friedrich Bader und der Lehrer Horst Seifert. In Weinlaune diskutieren sie über Gott und die Welt und geben dabei Einblicke in das Wesen und die Eigenheiten der Schwaben, ihre Sitten und Gebräuche sowie den typischen schwäbischen Humor. Dass dabei nicht immer alles ganz ernst zugeht, lässt sich denken. Von der berühmten Sparsamkeit der Schwaben über die schwäbische Küche und den Württemberger Wein bis hin zu ureigenen schwäbischen Gepflogenheiten wie der Kehrwoche - es gibt kein Thema, zu dem den Herren nichts einfällt.

So lebt, schwätzt und lacht man im Schwabenland!

Leseprobe:
Friedrich schien sich gedanklich gerade mit etwas anderem beschäftigt zu haben, denn er fragte Ursel unvermittelt: „Sag amol, Ursel, däädsch du au amol a Rendrzunge kocha? I hedd a wundrscheene drhoim en maim Kiahlhaus, geschdrn erschd gschlachdad."

Ursel überlegte kurz. „Ach woisch, do drmid han i's nedd so arg. I woiß au nedd, äbbes kocha, wo andre scho en dr Gosch ghed hen … Abbr a Kalbshirn kannsch mir amol brenga, no koch i a Hirnsubb mid Oierschdich. Woisch, wenn manche Leid Hirnsubb ässad, no hen se mee Hirn em Maga wia em Schädel."

Während die anderen drei Herren laut loslachten, fragte Friedrich etwas pikiert: „Wen hasch denn jetzadle do drmid gmoind?"

„Wer emmr sich aagschbrocha fiehld", antwortete Ursel vielsagend und machte sich wieder auf den Weg zurück in ihre Küche.

„Jaja, onsr Ursel", meinte Karl, „die woiß hald uff älles äbbes."

Friedrich schien Ursels Spruch in Sachen Hirn noch nicht verdaut zu haben, denn er brummte: „Wenn a Weib mid so ra Gosch hasch, kannsch de als Maa glei vrschiaßa. Oddr du wandrsch en d'Fremdalegion aus."

Und Eugen fragte in die Runde: „Wissad ihr, was dr Ursel ihr Gosch ond an Kuahschwanz gemeinsam hen?"

Die anderen schüttelten den Kopf.

Eugen grinste. „Des isch ganz oifach: Boide schdandad nia nedd schdill."

Damit hatte er natürlich die Lacher auf seiner Seite, was die vier zum Anlass nahmen, sich gegenseitig zuzuprosten und den ersten Schluck aus ihren Weingläsern zu nehmen.

Die Autorin:
Anne-Kathrin Bauer lebt als freie Autorin in einem kleinen Ort im Schwäbischen Wald. Ihre Geschichten und Bücher sind von der Liebe zu ihrer schwäbischen Heimat geprägt. Neben der schwäbischen Küche gehören die Mundart und der schwäbische Humor zu ihren Lieblingsthemen.

Von Anne-Kathrin Bauer sind im hnb-verlag bereits eine Kochbuchreihe, die sie gemeinsam mit der Badenerin Friedericke Godel verfasst hat, sowie das Wörterbuch „Schwäbisch g'schwätzt & g'lacht" erschienen.

Mehr: http://www.online-artikel.de/article/schwaebische-lebensart-auf-humorvolle-weise-erzaehlt-117461-1.html

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