Sonntag, 15 September 2013 21:25

Was ist Sexualität? Polygamie, Sadomasochismus, Tantra und mehr

Damals waren es Träume, sich verlieben zu dürfen in wen man wollte und dabei auch sexuell sein zu dürfen, sowie sich mehreren Menschen gleichzeitig liebevoll und sexuell zuzuwenden. Man wollte die Liebe und Körperlichkeit nicht mehr verstecken müssen und diese nur in dunklen Schlafzimmern erleben, sondern wollte diese Freude auch öffentlich

zeigen, auch unter Gelichgeschlechtlichen.

Dahinter steckte die tiefe Erkenntnis, dass Sex keine Sünde ist, nichts Schmutziges, Verachtenswertes – sondern der Zugang zu unserer Lebensenergie, Liebe und Verbundenheit, ein natürliches menschliches Bedürfnis, was als Tor dienen kann – direkt in den Himmel. Heute prägen ganz andere Wünsche den großen Befreiungszug. Freie Sexualität, Polygamie, Sadomasochismus, Tantra – sind nur einige der Schlagwörter, die viele Gemüter bewegen.

Was aber hat der wachsende Trend zu sadomasochistischen Praktiken und deren Kultivierung zu bedeuten? Heute ist es Hipp, Mitglied eines Sadomaso-Clubs zu sein, ob virtuell oder in der wirklichen Welt. Sexualität und Lust erleben, durch Dominanz, oder Unterwerfung, scheint für die große Masse von Menschen echte Erfüllung zu bringen und bewegt ihre Phantasien und tiefsten Sehnsüchte. Nicht selten gehen diese Praktiken mit körperlicher und psychischer Gewalt und Verletzung einher, die allerdings von den „Opfern" ersehnt und als lustvoll empfunden werden.

Einst als psychische Persönlichkeitsstörung im sexuellen Bereich bezeichnet und meist unterdrückt oder kriminell ausgelebt – ist es heute eine regelrechte Bewegung, zu der man stolz dazu gehört – so wie man beispielsweise Tantriker/in oder Tierschützer/in ist.

Seit tausenden Jahren wurde Sexualität und alles was damit in Zusammenhang stand von Kulturen und Religionen weltweit verteufelt, als Sünde und Schmutz bezeichnet. Wir Menschen heute sind das Ergebnis dieser Prägungen und an der Art, wie wir Sexualität leben, ist zu erkennen, in wie weit wir sie als Tor zur Liebe und Verbundenheit nutzen.

Viele Formen der sexuellen Praktiken und Phantasien sind aber der Prägung entsprechend an Gefühle wie Angst, Ausgeliefertsein, Sünde, Macht, Ohnmacht, Schmerz, Ego, Besitz, Kampf und Widerstand gekoppelt.

Soweit unsere geschichtlichen Aufzeichnungen reichen, wird sichtbar, dass sexuelle Gewalt und Folter ihren festen Platz in der Menschheitsgeschichte haben – in allen Kulturen, zu allen Zeiten. Meist wird von solchen Praktiken in grausamsten Tönen berichtet, da gab es Täter und Opfer. Dass die Opfer dabei sexuelle Lust und Freude empfanden wird nicht erwähnt, sie litten schwer darunter, denn was geschah war gegen ihren Willen. Die Täter dagegen ergötzten sich scheinbar in verschiedenster Weise an ihren Aktivitäten. Umso mehr das Opfer sichtbare und fühlbare Qualen litt, umso mehr steigerte sich ihre Lust und Freude.

Die Medien und Filmemacher lieben dieses Thema ebenfalls und es wurde in zahlreichen Filmen, Büchern und Spielen als Handlungsbasis verwendet.

Ich behaupte, dass solche Praktiken von sexueller Folter keinem Menschen fremd sind, jeder hat sofort Bilder dafür im Inneren parat – selbst wenn er selbst nie missbraucht und sexuell genötigt oder gequält wurde, oder so etwas mit anderen Menschen gemacht hat. Diese Bilder scheinen kollektiv im menschlichen Bewusstsein verankert zu sein. Sogar viele Kinder unter acht Jahren hatten derartige Phantasien – wie aus Berichten von heute erwachsenen Menschen zu erfahren war.

Woher kommen derartige gewaltsame und grausame sexuelle Phantasien bei kleinen Kindern, die in ihrem Leben real keinerlei Zugang zu solchen Aktivitäten, weder im Umfeld noch durch Medien hatten?

Wie ist es möglich, dass kleine Kinder – in ihrer Unschuld – ohne spezifisches Wissen über Sexualität von Bildern heimgesucht werden, bei denen z.B. die Kindergärtnerin gefesselt und entblößt von mehreren Männern an den Genitalien berührt wird und ihr allerhand Gewalt zugefügt wird und sichtlich leidet und sich quält? Und was ist es, was das Kind evt. daran fasziniert, warum es diese Bilder spannend findet und nicht als Alptraum?

Sadisten oder Masochisten, oder Menschen, mit entsprechenden Neigungen werden von sexuellen Phantasien verfolgt, die genau solche Szenen von Folter und Gewalt, von Ausgeliefert sein und andere benutzen oder benutzt werden, beinhalten. Allerdings empfinden sie dabei keine Qualen, sondern sexuelle Lust und Befriedigung, egal ob sie die dominante Seite (Täter) oder die unterworfene Seite (Opfer) wählen.

Manche fühlen sich in beiden Rollen sehr wohl und andere sind klar auf eine der beiden Rollen fixiert und sind nicht fähig, die andere Rolle lustvoll zu spielen und zu empfinden.

Die Menschen, die sich bei sexuellen Spielen gern ausliefern und unterwerfen, sich fesseln und schlagen lassen oder auf andere Weisen erniedrigen, sind oft Leute, die verantwortungsvolle und leitende Funktionen in Beruf und Gesellschaft haben. Bei denen scheint die Sehnsucht, sich als Opfer zu fühlen am größten zu sein und sie empfinden dabei großen Genuss und tiefe Befriedigung, für viele ist es die einzige Art, zu einem Orgasmus zu kommen. Aber nicht selten sind auch die Menschen, die sich vom Leben betrogen fühlen und sich als Opfer empfinden, gern die Unterworfenen bei sexuellen Spielen. Menschen, die von Kindheit an tiefste Demütigung und seelischen und/oder sexuellen Missbrauch erfahren haben, suchen sich auch oft im erwachsenen Leben und in der Sexualität, die Opferrolle aus und empfinden dabei Befriedigung, fühlen sich bestätigt, weil das was sie erleben ihnen vertraut ist. Es lässt sich aber auch beobachten, dass Menschen die sich im Alltag als Opfer der Umstände fühlen, sich nicht behaupten können, sich herum schubsen lassen und weit entfernt sind, von echter Selbstverwirklichung – im Bereich der Sexualität dann die dominante Rolle übernehmen und sich z.B. von einem Manager mit Genuss die Füße lecken lassen, oder in ihrer Phantasie die Chefin gern als Hund an der Leine führen, oder auspeitschen.

Ist es ein Fortschritt, dass diese Spiele heute öffentlich gespielt werden, Menschen diese Phantasien nicht mehr unterdrücken müssen, sondern die Freiheit haben, dies auszuleben? Sicherlich, ist es begrüßenswert, denn alles was blockiert wird, oder unterdrückt und versteckt wird, wirkt sich auf anderen Ebenen aus, führt zu Krankheit, Falschheit, inneren Konflikten und Kriminalität, innerer und äußerer Gewalt.

Also ist es gut, dass diese Dinge ans Licht kommen, allgegenwärtig werden, weil sie nun mal da sind. Und es gehört für jeden Menschen eine gehörige Portion Selbsterkenntnis und Mut dazu, sich einzugestehen, dass er/sie sich von z.B. sadomasochistischen Praktiken angezogen fühlt.

Es taucht die Frage auf – wie kann es sein, dass die Vorstellung solcher, im Grunde genommen, grausamer Szenen, so vielen Menschen Lust und Freude bereitet, ihre Phantasien beflügelt und daraus eine ganze Szene entstanden ist, die Räume aller Art bietet, um diese Phantasien auszuleben und Leute versammelt, die ähnlich fühlen?

Sicherlich liegt es hauptsächlich an der tiefen Sexualität verachtenden Prägung, die in uns Menschen von Kulturen und Religionen regelrecht eingepflanzt wurden, wie bereits oben erwähnt.

Vielleicht liegt es auch daran, dass in der jetzigen Zeit alle sexuellen Gräueltaten der Menschheit, in den Leibern, in Form von Phantasien aufsteigen – um erlöst zu werden? So beschreiben es Menschen, aus der spirituellen Szene, die an den menschlichen Aufstieg in die geistige Welt glauben, der seit einigen Jahren begonnen hat.

Erlösen vielleicht die sadomasochistischen Praktiken von Heute das kollektive Bewusstsein von diesen Traumas der Menschheitsgeschichte, indem sie diese in Lust und Befriedigung verwandeln?

Bringen die Menschen, die heute ihre sadomasochistischen Veranlagungen ausleben – ihre Phantasien und ihr Tun überhaupt in Verbindung mit den Schreckenstaten, die sie lustvoll nachahmen?

Ist bei ihnen ein Bewusstsein über das, was sie tun und was sie innerlich dazu treibt vorhanden?

Sind es am Ende gar keine Schreckenstaten – sondern wunderbare Spiele zwischen liebevollen Menschen und der einzige Schrecken ist der, dass es ab und zu vor kam in der Geschichte der Menschheit, dass Leute diese Spiele spielten, mit Menschen, die dieses Spiel nicht liebten und das nicht genießen konnten?

Ist es Ausdruck einer nicht vorhandenen Liebeskultur und Ausdruck von Achtlosigkeit und Nicht-Gewahrsein, was man eigentlich denkt, fühlt und tut?

Wer kann darauf Antwort geben?

Was ist mit den Menschen, bei denen sadomasochistische Spiele Angst, Schrecken und Ekel auslösen, oder die sich schlichtweg nicht dafür begeistern können? Sind sie nur eine Minderheit? Was unterscheidet die Einen von den Anderen?

Das Thema Sadomasochismus ist unheimlich vielschichtig und es ist nicht möglich, das in seiner Fülle von Formen zu beschreiben, denn es gibt hier alles – sogar das, was man sich nicht vorstellen kann, weil es eben andere gibt, die sich dies und das durchaus vorstellen können.

Was diese Bewegung unterscheidet, von der sexuellen Gewalt, Qual, Folter und Perversion des kollektiven Menschheitstraumas, ist die Tatsache, dass es hier keine gequälten, gegen ihren Willen missbrauchten Opfer gibt. Egal was und wie gespielt wird, ist die Basis immer das gegenseitige Einvernehmen.

Meist wird der Ablauf vorher genau besprochen und es gibt geheime Zeichen, die bedeuten „Stopp" oder „mehr", so dass im Besten Falle am Ende alle Beteiligten bekommen, was sie sich wünschten, was sie in ihren Phantasien träumten und was ihnen sexuelle Lust und Befriedigung bereitet.

Also im Grunde eine wunderbare Sache, eine echte Win-Win Situation, oft viel besser, als beim normalen Sex im Ehebett – wo es immer noch nicht alltäglich ist, dass beide gleich viel Freude und Lust dabei haben, sondern es auch hier oft um Abhängigkeiten, Macht und Gewalt geht.

Bedenklich wird es, wenn eine Gesellschaft eine sexuelle Kultur entwickelt, die z.B. sadomasochistische Praktiken als wegweisend und zur gesunden Sexualität unbedingt dazu gehörig propagiert.

Die Tendenz geht jedoch genau in diese Richtung. Denn immer mehr Bücher und Medienberichte bearbeiten das Thema Sexualität und Sadomasochismus auf eine Weise, die nicht hinterfragt, sondern schwärmt und dabei unterschwellig suggeriert, dass doch in jedem Menschen diese Phantasien schlummern und diejenigen die Befreiten, Tollen und Glücklichen sind, die es wagen, das alles auszuleben.

Was ist Sexualität eigentlich? Was wissen wir wirklich darüber?

Warum denken die meisten Jugendlichen heute, dass Sexualität das ist, was sie aus Pornofilmen kennen, die immer stärker von sadomasochistischen Szenen geprägt werden? Beschäftigen wir uns evt. nur mit der Schattenseite der Sexualität und haben die Lichtseite dabei vollkommen aus den Augen und dem Herzen verloren?

Tantra ist ein lichtvoller Weg, Sexualität zu leben, die sexuelle Energie zu transformieren, sich mit der Quelle des Lebens und des Wissens zu verbinden, den eigenen Körper, das Bewusstsein und die Seele damit zu nähren, oder auch sich mit anderen Menschen auf der Ebene von Göttlichkeit zu vereinigen, tiefer als nur körperlich. Beim Liebe machen meditieren. Doch das Meiste, was in Deutschland unter Tantra angeboten wird, hat sehr wenig mit den Ursprüngen von Tantra (bei welchem es auch verschiedene Richtungen gibt) zu tun. Es dient oft als lichtvolles, spirituelles Mäntelchen für sexuelle Bedürftigkeiten. Die immer mehr angepriesenen Tantramassagen sind oft eine versteckte Form von Prostitution – bei der sich aber beide Seiten besser fühlen, als wenn sie es als solche benennen würden. Tantra ist kein neuer Teil eine echten Liebeskultur, sondern ein Geschäft geworden, in meist Frauen die das anbieten sehr gut bezahlt werden, die Wertschätzung ihrer Arbeit zahlt sich in Euros aus. Hier wird auch ein Spiel gespielt, von Geben und Nehmen. Und ganz sicher gibt es Menschen, die einfach von Herzen gern andere, fremde Menschen intim berühren und andere, die sich gern intim berühren lassen. Tantra hat genauso wie der Sadomasochismus eine große Anhängerzahl in den letzten Jahren gewonnen. Tantra zieht Menschen an, die innerlich die Gewissheit spüren, dass Sexualität etwas heiliges ist und sie haben oft die Sehnsucht, sich auf dieser Ebene mit ihrer Sexualität zu verbinden und Einheit zu fühlen, umfassende Liebe und Verbundenheit zu erfahren.

Wo stehen wir heute, in Bezug auf unsere eigene Körperlichkeit und Selbstliebe?

Warum können so viele Menschen körperlichen Schmerz als lustvoll genießen? Da Entstehen nicht selten Wunden und Narben - steht das im Einklang mit körperlicher Gesundheit und Selbstachtung?

Warum entfernen sich heute mehr und mehr Menschen sämtliche Körperhaare und empfinden Körperbehaarung als eklig und tierisch und unhygienisch? Warum tun das die Menschen am häufigsten, die eher tierische sexuelle Praktiken ausüben und nicht selten der Sadomaso-Szene angehören?

Warum lassen sich immer mehr Frauen ihre Vulva vom Schönheitschirurgen korrigieren (am häufigsten: Schamlippen verkleinern)?

Warum empfinden viele Frauen ihre Vulva hässlich und geben deren Aussehen als Grund für sexuelle Störungen an?

Warum wünschen sich die meisten Frauen eine Vulva, die nicht weiblich sondern kindlich aussehen soll, ohne Haare, ohne innere Schamlippen?

Siehe www.online-artikel.de/article/schnitt-im-schritt..

Und warum betrifft auch das häufig Frauen, die sadomasochistische Praktiken lieben, oder zumindest diese Art Phantasien pflegen?

Alles in allem könnte man sagen, die Menschen suchen nach Möglichkeiten des sexuellen Ausdrucks, sie erlauben sich, ihren Phantasien zu folgen und sexuelle Kontakte zu haben, mit Menschen, die ihnen fremd sind, mit denen sie nichts emotionales oder alltägliches verbindet.

Sie trennen oft ganz offiziell ihre Sexualität von echten menschlichen, emotionalen und verbindlichen Beziehungen. Sie üben regelrecht, NUR Sex und Befriedigung zu erleben, ohne dieses Erleben mit einer tieferen Beziehung zu sich selbst und dem Gegenüber zu verbinden.

Natürlich gibt es auch die, die eine vertraute Umgebung und Menschen um sich herum brauchen, um sich auf solche Spiele einzulassen.

Viele Menschen spielen sexuelle Spiele, in denen sie sich gegenseitig benutzen und für die sie sich gegenseitig brauchen – ohne dass sie sich dafür achten und schätzen müssen, geschweige denn lieben. Denn der Kick ist oft um so größer – umso abgespaltener der Kontakt zu dem Gegenüber ist. Selbst Hass und Abscheu sind oft Motivationen, gerade diese Menschen in die eigenen Spiele zu verwickeln.

Es ist heute Hipp, mehrere Sexpartner/innen zu haben und ausgefallene sexuelle Praktiken zu zelebrieren. Die Medien suggerieren - guten Sex zu haben, ist wesentlich. Wer keinen Sex hat, ist so gut wie tot.

Doch was ist wirklich guter Sex?
Befriedigung der sexuellen Lust? Das Ausleben von Phantasien?
Intime Kontakte zu haben, um körperliche Aufmerksamkeit zu bekommen?

Ein Ventil, um alles das, was im Leben, im Alltag unterdrückt wurde, das was nicht sein durfte, keinen Platz hatte – auf der sexuellen Ebene auszuleben?

Vielleicht ist das alles nur eine große Verwechslung?

Vielleicht spielt uns hier das Ego mal wieder einen Streich und verbindet sexuelle Erlebnisse, egal wie, mit begehrt sein, geliebt sein, gut sein und erfolgreich sein – weil die Medien das seit Jahrzehnten so propergieren? Vielleicht sehnen die Menschen sich in Wirklichkeit nach Verbundenheit mit sich selbst, nach ehrlichem Selbstausdruck und Selbstverwirklichung?

Nach innerem Frieden und danach Liebe zu empfinden und zu geben?

Vielleicht sind all die Spiele, ob sadomasochistisch, oder tantrisch nichts weiter, als ein großer Schrei nach wirklicher Verbundenheit und Auflösung von Grenzen und Konzepten – um wieder Göttlichkeit in uns zu spüren.

Vielleicht sollten wir es wagen uns selbst zu fragen, was dahinter steckt, was es ist, was uns treibt – das zu tun, was wir tun?

Vielleicht geht es weniger darum, die Sexualität mehr und mehr abzuspalten und auf abenteuerlichste Weisen auszuleben, als darum, die wirkliche Kraft und die Quelle unserer Lust und Lebensfreude in uns zu erkennen und uns selbst damit zu nähren, statt bedürftig nach immer größeren Kicks im Außen zu suchen?

Für jeden Menschen mag die Antwort ganz unterschiedlich ausfallen. Für die Einen ist es ein großer Schritt, ehrlich zu werden und die eigenen Phantasien mit anderen zu teilen, für die anderen ist es vielleicht ein Erkenntnisschritt hinter die eigene Fassade zu schauen und auch hinter die Phantasien. Sexuelle Befreiung bedeutet sicher für jeden Menschen und zu jedem Zeitpunkt seiner Entwicklung etwas anderes, je nachdem wo er selbst gerade steht. Als Gesellschaft spiegeln wir mit bestimmten Trends ein Massenverhalten wieder, welches die Prägung der Kultur und Religion zeigt und nicht zuletzt durch Medien manipuliert wurde und können daran erkennen, wie wir bereits NEUE Tabus und Vorschriften erschaffen, von denen sich dann die nächsten Generationen wieder befreien müssen. Irgendwann ist es vielleicht großartig, eine sehr weibliche Vulva zu haben, oder Haare am Körper, auch im Intimbereich – vielleicht braucht man dann besondere Hilfsmittel, damit die überhaupt wachsen, nachdem sie Jahrzehnte lang mit allen möglichen und unmöglichen Methoden entfernt worden sind.

Solange die Masse glaubt, dass Sex das ist, was man in Pornos sieht, oder das, was im Sadomaso-Stil gelebt wird und solche Glaubenssätze wie: „Sex macht gesund", „Viel Sex haben - egal wie, bedeutet toll zu sein", sind wir sicherlich weit entfernt davon, liebevolle, verbundene und gesunde Sexualität zu leben. Denn gesunder Sex kann nur da gelebt werden, wo Körper, Geist und Seele gesund SIND.

Auf dem Weg der Heilung, kommt Mensch aber um sexuelle Erfahrungen und Experimente scheinbar nicht herum.

Grit Scholz
www.lebensgut-verlag.de

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