Mittwoch, 09 Juni 2021 18:18

Magen-Darm-Erkrankungen vorbeugen

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Zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland zählen die Erkrankungen der Verdauungsorgane. Mittlerweile leidet jeder Fünfte unter regelmäßigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.

Der Leidensdruck ist meist groß und die Lebensqualität eingeschränkt. Einer der wichtigsten Risikofaktoren für Magen-Darm-Erkrankungen ist die Ernährung, die wir selbst in der Hand haben. So lässt sich mit einem gesunden Lebensstil und einer ausgewogenen Ernährung Magen-Darm-Erkrankungen vorbeugen.

Häufigste Art der Verdauungsbeschwerden: Reflux-Krankheit

Die sogenannte Reflux-Krankheit geht mit Symptomen wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen einher. Etwa 10 Prozent der Bevölkerung leiden darunter, oftmals werden die Symptome nicht ernst genommen. Aufstoßen und Sodbrennen klingt auch erst mal nicht so tragisch, doch es kommt hier zu einem Rückfluss von saurem Mageninhalt, der die Speiseröhre auf Dauer ernsthaft schädigen kann. Die Lebensweise hat einen großen Einfluss auf die Krankheit. Vor allem auf fettreiche Speisen, insbesondere am Abend, sowie auf den Konsum von Alkohol, Kaffee und Nikotin sollte verzichtet werden.

Reizdarmsyndrom betrifft bereits viele Kinder

Magen-Darm-Beschwerden im Sinne des Reizdarmsyndroms ist ebenfalls eine der häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen, die viele Erwachsene, sogar schon Kinder betrifft. Die Betroffenen leiden dabei unter chronischen Bauchschmerzen sowie Stuhlproblemen. In der Lebensqualität sind sie dann meist eingeschränkt. Auch hier hat eine gesunde und ausgewogene Ernährung einen großen Stellenwert in der Vorbeugung und auch Behandlung. Bei einem Reizdarm sollten Sie vor allem die Extreme meiden und sich von milder Kost und Schonkost ernähren. Das heißt konkret:

  • nicht zu süß,
  • nicht zu salzig,
  • nicht zu fett,
  • nicht zu scharf,
  • nicht zu heiß und nicht zu kalt,
  • starke Gewürze meiden,
  •  Getränke mit wenig oder keiner Kohlensäure und
  • wenig Alkohol.

Allgemeine Tipps zur Vorbeugung von Magen-Darm-Erkrankungen

Essen sollte nichts sein, was Sie mal so schnell nebenbei erledigen. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten und essen Sie langsam. Ausführliches Kauen bereitet die Nahrung für die Verdauung besser vor, schnelles Essen und Herunterschlingen stresst den Körper hingegen. Zudem entspannt langsames Essen Körper und Geist und hat etwas Meditatives. Versuchen Sie beim Essen ganz bei sich zu sein und sich nicht mit Fernsehen oder Handy abzulenken. Außerdem ist es besser, wenn Sie kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, dafür öfters und vor allem regelmäßig. Damit kommt Ihre Verdauung besser zurecht und Magen beziehungsweise Darm werden nicht unnötig belastet. Versuchen Sie sich drei Haupt- und zwei bis drei Zwischenmahlzeiten anzugewöhnen. Alkohol sollte prinzipiell nur in Maßen getrunken werden, vor allem abends, ist es besser darauf zu verzichten. Dasselbe gilt für Süßigkeiten, hin und wieder etwas Naschen ist natürlich in Ordnung. Doch die Tüte Chips oder Tafel Schokolade abends vorm Fernseher ist für den Magen auf Dauer nicht gut. Wenn Sie gern Tee trinken, sind Kräutertees besser als schwarzer Tee. Kaffee ebenfalls nur in Maßen trinken und am besten mit Milch. Anstatt fettreiche Milchprodukte und Saucen kann gut auf die fettärmeren Varianten zurückgegriffen werden. Anstatt Sahnejoghurt eignet sich Magerquark oder Naturjoghurt, statt Sahne tut es auch fettärmere saure Sahne und Vollmilch kann auch durch fettarme Mich ersetzt werden. Stress ist auch eine Ursache für Magen-Darm-Erkrankungen. Um diesen vorzubeugen, sollten Sie ausreichend schlafen und sich im stressigen Alltag regelmäßige Ruhepausen gönnen. Das Erlernen von Entspannungstechniken kann Ihnen ebenfalls helfen, Stress abzubauen.

Gewicht reduzieren

Wer unter Übergewicht leidet, sollte versuchen, dieses zu reduzieren und Normalgewicht zu erreichen. Die überflüssigen Kilos erhöhen den Druck im Bauch, was dazu führt, dass der Mageninhalt im Liegen leichter nach oben gedrückt wird. Im Allgemeinen ist es besser mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen. So kann der Mageninhalt nicht so einfach in die Speiseröhre zurückfließen. Falls Sie das Gefühl haben, dass die Beschwerden immer stärker werden, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Ihnen Medikamente zur Linderung der Beschwerden verschreiben und das weitere therapeutische Vorgehen mit Ihnen besprechen.

Leiden Sie trotz aller Vorbeugung an Magen-Darm-Beschwerden, benötigen einen fachärztlichen Rat, wenden Sie sich an den Gastroenterologen (Magenarzt) Ihres Vertrauens.

 

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