Sonntag, 28 April 2013 18:59

Cote de Granit Rose - traumhaft und bizarr

Eine Autofahrt oder Wanderung entlang der nördlichen Küste der Bretagne lässt keine Langeweile aufkommen. Feinsandige und langgestreckte Buchten wechseln sich mit rauen und zerklüfteten Felsformationen ab.

Wind und Wetter haben Felsformationen geschaffen, die Künstler oder Bildhauer kaum in dieser eindrucksvollen Art hätten schaffen können.

Das Meer versucht mit hohen Wellen und ungestümer Brandung Teile der französischen Küste zu erobern und wird dies auch über weitere Jahrhunderte hin versuchen. Das Geräusch der Brandung und das Pfeifen des Windes zeugt von der Unermüdlichkeit der Gezeiten im ständigen Wettstreit zwischen Land und Meer.

Es ist ein typischer Sommertag in der Bretagne. Möwen kreisen auf ihrer Suche nach Nahrung über den steilabfallenden Felsen und Hängen. Der steife Wind scheint ihnen nichts auszumachen. Da haben die Wanderer entlang der Steilküste schon deutlich mehr Mühe. Sie trotzen dem Wetter mit Mützen und schützender Kleidung. Immerhin schaut die Sonne sehr oft durch die Wolkendecke hervor. Sie verleiht dieser bretonischen Landschaft das typische Flair der Nordküste Frankreichs, wie ihn die Besucher und Urlauber suchen und lieben.

In der Ferne erhebt sich ein malerisch wirkender Leuchtturm. Er ist nicht sehr hoch und entspricht auf dem ersten Blick nicht dem typischen Erscheinungsbild, wie man ihn von zahlreichen anderen Küstenabschnitten kennt. Er wirkt wie ein riesiges Denkmal, das aus den umherliegenden Granitsteinen erbaut worden ist. Je näher man dem Gebäude kommt, umso faszinierender erscheint sein Anblick. Es ist der Leuchtturm von Ploumanac'h und wohl eines der beliebtesten Fotomotive der Bretagne.

Rosafarbene Granitküste, so nennt man diesen einmaligen Küstenstreifen der Bretagne. Cote de Granit Rose – in dem französischen Originalnamen spürt man förmlich diese Farbe und Wärme. Diese Küste liegt nahe dem Ort Perros-Guirec, zwischen Paimpol und Trebeurden.

Die Strahlen der warmen Nachmittagssonne zaubern einen unbeschreiblichen Anblick hervor. Die zahlreichen rötlichen Gesteinsformationen reflektieren das Licht der Sonne und tauchen den gesamten Küstenabschnitt in eine Farbe, die jeden Fotografen und Maler ins Schwärmen versetzt. Noch vor wenigen Kilometern war die Küste nur ein raues Abbild der wettergewöhnten Bretagne und plötzlich wechselt die Landschaft in einen lieblich wirkenden Abschnitt der Farben und Lichtreflexe.

Noch schöner wird die Region wenn Ebbe das Wasser für einige Stunden hinaus in den Ozean verdrängt. Hunderte der rosafarbenen Granitsteine und Felsen offenbaren ihre komplette märchenhafte Gestalt. Man kann zwischen ihnen hindurchwandern oder auf ihnen Blicke in alle Richtungen dieser Region der Bretagne werfen. Viele der Granitformationen haben mittlerweile einen Namen bekommen. Einige davon, wie Napoleons Hut, haben sogar eine historische Bedeutung erlangt. Andere Steine sind Tieren ähnlich und haben dementsprechende Namen.

Der einige Kilometer lange Weg entlang der rosafarbenen Granitküste diente vor Jahrhunderten der Gendarmerie auf ihrer Jagd nach Schmugglern. Heute ist dieser Abschnitt Teil des bretonischen Wanderweges entlang der Nordküste, den jedes Jahr Tausende von Naturfreunden und Wanderer zur Erkundung der Bretagne nutzen.

Wer die Cote de Granit Rose im Norden der Bretagne einmal an einem sonnigen Sommernachmittag besucht hat der wird wohl ein Leben lang in diesem Bann von Wärme, Farbe und Licht stehen, wie man ihn sonst kaum in einer anderen europäischen Region finden wird. Dies ist aber auch ein Zauber, von dem man nicht unbedingt befreit werden möchte.

 

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